Die Rämistrasse könnte mehr aus sich machen. Im Bereich zwischen Sonnegg- und Haldenbachstrasse ist sie eine beeindruckende schattige Platanenallee, neben dem neuen Kunsthaus jedoch eine grosse sommerheisse Steinwüste. Das Trottoir misst für Zürich reiche 7 Meter und gähnt vor Leere. Die bauliche Begrenzung ist die abweisende hermetisch geschlossene Steinfassade des Kunsthausneubaus. Trottoir und Fassade heizen sich schon am Morgen auf und strahlen den ganzen Tag – eine wahre Durststrecke.
«zuerivitruv» fragte in den letzten Jahren schon mehrmals beim Tiefbauamt nach den Baumreihen. Die Antworten fielen jeweils ausweichend aus. Offenbar ist der Stellenwert der Rämistrasse in der Stadt Zürich den Behörden noch nicht klar. Es müsste hier ein klassischer europäischer Boulevard durchlaufen, wie es überall auf dem Kontinent der Fall ist, wo ehemals Stadtbefestigungen standen. Unsere Ringstrasse könnte – wie in Wien – zum Begriff werden. «Schärfung des Stadtbildes» heisst dann die gute Tat. Dürfen wir in der neuen Legislatur darauf hoffen?